i sve o aforizmu

 

Sadržaj

 
Zašto aforizmi?
Biblioteka
Ekskluzivno
Prevodi
U poseti kod...
Seæanje na...
Vaša strana
Poèasni gost
Novo
 

 

 

 Prevodi

 

Prevodi naših aforizama na druge jezike


Die Chamäleons sind zur Zeit rot

Nachwort des Herausgebers

Der Aphorismus ist eine kurze Literaturform mit langer Tradition. Im alter China war er ebenso bekannt (Konfuzuis, Laotse) wie in der Antike (Hippokrates). Immer wieder im Verlauf seiner Geschichte erlebte er wahre Blütezeiten, so im 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich (La Rochefoucault,  La Bruyère, Chamfort) oder in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert (Lichtenberg, Seume, Marie von Ebner-Eschenbach, Nietzsche).

In unserer Zeit erreichte der Aphorismus in den fünfziger und sechziger Jahren einen neuen Höhepunkt in Polen durch Stanislaw Jerzy Lec. Dessen "Unfrisierte Gedanken" scheinen nun, in den achtziger Jahren, besonders in der jugoslowischen Hauptstadt Belgrad zahlreiche Nach- und Weiterdenker gefunden zu haben. Hier hat sich rund ein Dutzend vorwiegend jüngerer Aphoristiker zum sogenannten "Belgrader Aphoristik-Kreis" zusammengeschlossen, dessen wichtigstes Publikati- onsforum die Literaturzeitschrift "Književna reè" (Literarisches Wort) ist. Die meisten Autoren dieses Kreises, die in unserer kleinen Antologie vorgestellt werden, haben sich in ihrem Heimatland durch eine oder mehrere Aphorismensammlungen bereits einen Namen gemacht; einige von ihnen wurden auch schon in andere Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche (Bulatoviæ-Vib, Dangubiæ, Laziæ, Vitezoviæ).

Daß gerade Belgrad zu einem Zentrum des Aphorismus geworden ist, scheint in zwei Umständen begründet. Da ist zum einen der überaus fruchtbare Boden des sozialistischen Alltags, auf dem Aphorismen geradezu üppig gedeihen, und zum zwieten die Freiheit, die Ernte auch einbringen, sprich veröffentlichen zu dürfen - tritz jenes einschlägigen Paragraphen im jugoslawischen Strafgesetzbuch, wonach sogenannte Verbaldelikte mit einer Haftstrafe bis zu zehn Jahren geahndet werden können.

Und Blitze, auch Gedankenblitze, treten ja vor dunklem Hintergrund besonders deutlich hervor.

Die Aphorismen der Belgrader Autoren sind keine betulichen, frommen Kalenderweisheiten; es sind auch keine Maximen und Reflexionen oder philosophischen Sinnsprüche; es sind vielmehr äußerst konzise, provokante und aggressive, ironische und sarkastische, auf jeden Fall aber witzige und spritzige Kleinstpamphlete, entstanden nicht selten aus einem Gefühl der Ohnmacht und Verbitterung, immer aber aus wachem und kritischem Geist.

Formal den Aphorismen von Stanislaw Jerzy Lec verpflichtet, sind sie thematisch doch auch denen von Johann Gottfried Seume (1763-1810) an die Seite zu stellen, der seinerzeit mit seinen "Apokryphen" deden die Mißstände der feudalen Ordnung angeschrieben hatte, gegen Privilegien und Willkür, Sklaverei und Kriechertum - für Menschenrechte und menschliche Vernunft.

Auch zweihundert Jahre danach werden die Erkenntnisse der ser- bischen Aphoristiker so mancher Mal zu mutigen Bekenntnissen. 

Wolfgang Eschker


Nazad

 

Napomena: Svi prezentovani radovi vlasništvo su ovog sajta, i mogu se koristiti samo u privatne svrhe. Svako javno publikovanje bez navoðenja izvora informacija, i imena autora preuzetog priloga, podleže zakonu o kršenju autorskih prava.


 



Optimizovano za IE 800x600

Vesna Dencic